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E1'-I-Tour 8: al Vesuvio

Neapel und der Vesuv
Neapel und der Vesuv

Gen Süden durch die Region Kampanien

 Cellole ➡️ Torre Annuziata  |E1' Tag 220 - 225 | ~140 km

Februar 2025


Bis zum Vesuv

Um Neapel herum geht es auf dieser Tour, auf dessen östlicher Seite der Vesuv liegt, der einst Pompeji, Herculaneum und andere Orte am Fuße des Vulkans verschüttete.


Ablauf

Auch für diese Tour geht das von mir gerne gewählte Konzept eines festen Standortes (Basecamp) auf. Dieses Mal soll es Caserta sein. Es ist verkehrstechnisch gut angebunden und erspart mir weitgehend das quirlig chaotische Neapel.

Anreise: Don., 13.2.24 | Hamburg ✈ Neapel

Abreise: Sam., 22.2.24  | Neapel ✈ Hamburg

Übernachtung:  Caserta, Italien


Sehenswertes

Capua

In Capua endete einmal die Via Appia.

Kommt man in die Stadt, quert man auf einer romanischen Brücke den Volturno. In die Stadt hinein kommt man durch das eindrucksvolle Brückentor "Torri di Federico II, das um 1239 entstand. Im historischen Zentrum liegt die mittelalterliche Burg Castrum Lapidum. Auch ein Dom lässt sich besichtigen; bei mir war er leider geschlossen.

Große Teile von Capua sind während des Zweiten Weltkrieges durch Luftangriffe zerstört worden.

Santa Maria Capua Vetere

Santa Maria Capua Vetere befindet sich dort, wo einst das antike Capua lag. Es war ein mächtiger und luxuriöser Ort, einer der damals bedeutendsten Städte Italiens, seit es ab dem 3. Jhrdt. v. Chr. durch die Via Appia mit Rom verbunden war. Die damalige Metropole war Austragungsort für Gladiatorenkämpfe, ausgefochten im nach Rom zweitgrößten Amphitheater.

Spartakus ist der wohl berühmteste Gladiator, der hier um sein Leben in der Arena kämpfen musste. Während einer spontanen Rebellion der Gladiatoren konnte er mit 70 Gleichgesinnten fliehen. Er versammelte zahlreiche Sklaven um sich und kämpfte drei Jahre gegen Rom, bis er schließlich vernichtend geschlagen wurde und in einem letzten Kampf fiel.  

Von der ehemaligen Pracht verblieb wenig, denn es wurde im Laufe der Jahrhunderte Opfer von Vandalismus und Kriegszerstörung. Manch Stein wurde auch nach Capua getragen und dort für Schloss- und Kirchenbau verwendet.

Reggia di Caserta & Co.

Reggia di Caserta, das "Schloss von Caserta", ist eines der größten Residenzen Europas. Erbaut ab 1752, sollte der Palast mit der Pracht und Erhabenheit von Versailles konkurrieren. Fertig wurde er erst fast 100 Jahre später. Über 1.200 Zimmer soll das große Barockgebäude umfassen. Es gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. An das Schloss schließt sich ein 3 km langer Garten an, der den Berghang von Caserta hinaufreicht. Zahlreiche Brunnen, Kaskaden und Teiche zieren den Barockgarten, das hierfür notwendige Wasser wurde über eine 42km lange Wasserleitung herangeführt. Im nordöstlichen Bereich wurde der Park um einen englischer Landschaftsgarten ergänzt. Schloss und Garten sind auch heute - 150 Jahre nach Erstellung - noch sehr prächtig anzuschauen. 

Karl VII, spanischer Königssohn, begann den Bau, nachdem er König von Neapel und Sizilien wurde. Der zunächst genutzte Palazzo Reale in der Altstadt von Neapel war ihm nicht repräsentativ genug.  Es sollte ein Palast, umgeben von einer Planstadt, nach dem Beispiel von Versailles, entstehen. Doch bevor das so weit war, ließ er sich in Portici, einem Vorort östlich von Neapel, die Sommerresidenz Reggia die Portici bauen. Kaum war dieser 1752 fertig gestellt, begann er mit dem Bau von Reggia di Caserta. Neun Jahre später - der Bau war noch längst nicht fertig gestellt - wurde Karl VII (als Karl III) König von Spanien und verlegte seinen Hof dorthin. Die Großbaustelle in Caserta überließ er seinem Sohn Ferdinand, der das Werk fortsetzte, aber wohl mit weniger Esprit. Die ursprünglich geplante neue Residenzstadt entstand nur rudimentär, Ferdinand selbst hielt sich meist zurückgezogen in einem benachbarten Lustschloss in San Leucio auf. Es wurde 1779 erbaut.

Goethe besuchte im März 1787 Schloss Caserta. In seinem Buch ‚Italienische Reise‘ lobte er die Lage und die Gärten, während er über die Residenz selbst schrieb: „Das Schloss, wahrhaft königlich, schien mir nicht genug belebt, und unsereinem können die ungeheuern leeren Räume nicht behaglich vorkommen. Der König mag ein ähnliches Gefühl haben, denn es ist im Gebirge für eine Anlage gesorgt, die, enger an den Menschen sich anschließend, zur Jagd- und Lebenslust geeignet ist.“. In der Reggia di Portici soll er sich auch aufgehalten haben.

Casertavecchia

Nordöstlich von Caserta liegt auf 400 münN das mittelalterliche Dorf Casertavecchia, was soviel bedeutet wie "Alt-Caserta". Gegründet wurde es wohl 860 n.Chr. von Benediktinermönchen, war einmal Bischofssitz und besitzt eine Kathedrale. Die Bedeutung des Bergdorfes schwand, als der Palast in Caserta entstand. 

Das Dorf blieb weitgehend intakt und wurde zur Touristenattraktion, das 1960 zum italienischen Nationaldenkmal erklärt wurde. 

Das gibt es zu sehen:

  • das mittelalterliche Dorf mit Gassen und Plätzen
  • die Kathedrale
  • eine Verkündungskirche
  • eine Schlossruine

Der Weg von Caserta hinauf nach Casertaveccia ist steil und anstrengend, aber man wird belohnt mit wunderschönen Weitblicken über die Ebene. Schaut man zurück, sieht man noch lange das Schloss von Caserta und den langgestreckten Schlossgarten. Wunderschön!

Parco Regionale Partenio

In den Regionalpark Partenioein seit 1993 bestehendes Naturschutzgebiet in Kampanien, gelangt man, wenn man der Via Francigena sud, der ich bis hierher noch folgte, endgültig den Rücken kehrt. Meine Route tangierte lediglich einen westlichen Zipfel des Parco Regionale und was ich zu sehen bekomme, ist nicht sehr berauschend. Eigentlich sind es nur Olivenhaine, durch die ich laufen muss. Das alte langobardische Castello di Arienzo, das um 700 an strategisch günstiger Stelle mit Weitblick ins Tal erbaut wurde, hätte ich mir anschauen können. 1135 wurde die Burg geschliffen, Reste sind noch sichtbar. Doch die 50 Höhenmeter zur Burg erspare ich mir.

Il Parco Nazionale del Vesuvio

den Gipfel blieb unerreicht (Quelle: https://www.parconazionaledelvesuvio.it/)
den Gipfel blieb unerreicht (Quelle: https://www.parconazionaledelvesuvio.it/)

Der Vesuv ist weltbekannt, der Zugang wegen des regen Interesses strikt geregelt. Mit Auto oder Bus kann man bis fast an den Schlund kutschieren, nur ein paar hundert Meter muss laufen, wer über den Kraterrand in den tiefen Schlot blicken will, aus dem es dann und wann qualmt. Denn der Vulkan ist noch aktiv und ausbrechen kann er jederzeit. Notfallpläne liegen bereit, um 800.000 Menschen innerhalb von 72 Stunden  aus der unmittelbaren Umgebung zu evakuieren. Ob das klappen würde, bleibt fraglich. Doch solange es nicht so weit ist, tanzt man weiter auf dem Vulkan und tut so, als könne sich das Drama von 79 n.Chr. nicht wiederholen. Da brach dieser Vulkan das letzte Mal eruptiv aus und begrub die Städte am Fuße des Monte Somma - so der eigentliche Name des Berges - unter sich. Der verschüttete Ort Pompeji wurde dadurch in der Neuzeit berühmt.

Das Jahr 79 n.Chr. verschütte nicht nur Ortschaften, sondern veränderte auch das Aussehen des Berges massiv. Die Eruptionen bildeten in der Mitte einen zweiten Kegel - den heutigen Vesuv - aus, der seitdem mit dem ursprünglichen, weit größeren Kraterrand durch eine gigantische Talsenke - dem Vallee del Gigante - verbunden ist

Der Vesuv ist 1.277 m hoch, der innere Krater hat einen Durchmesser von 450m und eine Tiefe von 300m. Der gesamte Bergkomplex wurde zum Nationalpark. Damit wird versucht, den jahrhundertelangen Eingriffen des Menschen in die Natur am Berg entgegen zu wirken und die unkontrollierte Stadterweiterung Richtung Gipfel entgegen zu treten. Das gelingt wohl bedingt.

Natürlich wird auch für den Tourismus des Geldes wegen einiges getan. So sind elf Wanderwege entstanden, auf denen man sich dem Vulkanberg nähern kann. Nur der Naturlehrpfad Nr. 5  („Il Gran Cono“) führt gegen Eintritt direkt zum Gipfel, die anderen ziehen als beschilderte Naturrundpfade, Panorama- oder Landwirtschaftwege um den Berg herum. Das Wegenetz soll insgesamt 54 km umfassen.

Mehr Infos zum Vesuv-Nationalpark HIER.

Karte zu den Wanderwegen: HIER und HIER.

Ich habe mich dem Vesuv von seiner östlichen Seite genähert und bin von Ottaviano  aus den Weg Nr. 1 - La Valle dell'Inferno hinauf gestiegen. Serpentinen führen den Berg hinauf, zunächst auf Asphalt und dann auf Lavaasche. Leider führte mein Weg zwar bis auf 800 Höhenmeter, aber nicht über den Rand der äußeren Caldera, sondern verlief parallel. Damit konnte ich weder einen Blick auf den eigentlichen Krater, noch auf das Tal "Tal der Hölle" werfen. Das war schade. Mehr aber war wegen des langen Anmarschweges nicht drin. 

Vielleicht versuche ich es noch mal. 

Herculaneum

Im Jahr 79 n. Chr. wurde nicht nur Pompeji, sondern auch der kleine Fischerort Herculaneum während des Vesuv-Ausbruchs verschüttet. Eine Säule aus vulkanischem Material erhob sich bis zu einer Höhe von 14 km und löste einen Regen aus Lapilli und Bimsstein aus, der sich, vom Wind bewegt, auf Pompeji und den umliegenden Städten niederzuschlagen begann. Es war der Beginn der Katastrophe. Innerhalb weniger Stunden setzte der Vulkan eine beeindruckende Menge pyroklastisches Material frei, das die Landschaft des Vesuv Gebietes für immer verändern sollte. Herculaneum wurde zuerst von brennenden Wolken mit einer Temperatur von etwa 400 °C und einer Geschwindigkeit von über 80 km/h heimgesucht, dann von Schlammströmen, die die Stadt unter einer Decke aus etwa 20 m vulkanischem Material begruben. Dadurch wurde der Ort ganz hervorragend konserviert, bis er im 18ten Jahrhundert wiederentdeckt wurde. 

Herculaneum ist deutlich kleiner als das viel berühmtere Pompeji. Für den Besuch sollte man ca. 3 Stunden einplanen. Im Februar war es nicht einmal voll.

Neapel

Neapel (ital. Napoli), ist mit ihren 4,4 Millionen Einwohner die drittgrößte Stadt Italiens. Die chaotische Hafenstadt hält mit ihrer reichhaltigen Geschichte mehr Highlights bereit, als ich an einem halben Tag bewältigen konnte. Ich fokussierte mich auf den Palazzo Reale. Der Weg vom Bahnhof dorthin ist ca. 4km lang und führt durch die Altstadt Neapels. Ein paar Eindrücke der von Touristen gut besuchten Stadt konnte ich einfangen. Vor allem die kleinen Gassen hatten es mir angetan.


Route / Etappen


Wanderbericht E1'-I-8
Wanderbericht E1'-I-8
Wanderbericht E1'-I-8 (als PDF, 68 MB)
Wanderbericht E1'-I-8 (als PDF, 68 MB)
Packliste
Packliste


Links

Offizielle Website zu Neapel und den Sehenswürdigkeiten in der Umgebung: Neapeltipps.de

Video Neapel

Zugfahren in Italien: TRENITALIA


Wandern auf dem E1, E1' und E1'': 

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244 Tage  | 6.042 km




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