weiter gen Süden durch Italiens Regionen bis an die südlichste Grenze Kampaniens
Salerno ➡️ Maratea
E1' Tag 231 - 244 | ~ 145km
März 2026
Der Cilento
Der Cilento liegt im Süden der Region Kampanien
Das Gebiet mit dem Namen Cilento liegt im Südwesten Italiens in der Provinz Salerno, die wiederum zur Region Kampanien gehört. Das Gebiet erstreckt sich zwischen Paestum im Norden und Sapri im Süden. Im Westen der Region befindet sich zum einen die herrliche rund 100 km lange Küste mit dem Tyrrhenischen Meer, zum anderen ein reizvolles Hinterland mit hohen Bergen, kleinen Dörfern sowie idyllische Kulturlandschaft.
Sehenswertes
Salerno
Salerno ist Ausgangspunkt dieser Tour. Was mich am Meisten interessierte:
- Via dei Mercanti: eine alte Händlerstraße, heute beliebter Ort in der Altstadt zum Flanieren und Shoppen. Am Wochenende ist hier viel los, denn die Einwohner gehen gerne aus.
- Castello di Arechi: auf dem Gipfel des Monte Bonadies (guten Morgen) liegt diese alte Festung aus dem 6. Jhdt. n.Chr. oberhalb der Stadt. Sie war der nördlichste Eckpunkt eines Verteidigungssystems, dessen Mauern sich den Hang hinabzogen und das gesamte antike Salerno bis zum Meer umschlossen. Ein Fußweg führt an den Mauern hinauf, gut befestigt, aber steil. Nicht abhalten lassen von der kleinen Pforte, sie ist offen.
- Kathedrale von Salerno: ein prächtiges Inneres in einem unscheinbaren Äußeren. Man kann viel Zeit hier verbringen (auch in Verbindung mit dem Museum und zwei weiteren Kapellen). Es gibt einen Audioguide.
- die Gassen von Salerno: in der Centro storico gibt es viele Gassen, in denen man sich leicht verlaufen kann. Einige von ihnen sind prächtig bemalt.
- Muri d'Autore (Wänder der Poesie): ein Projekt für soziale Innovation, die Poesie als Werkstatt städtischer Regeneration einsetzt.
Komoot - Touren: E1' --- 🇮🇹 ⛰️ Salerno di notte | E1' 231 🇮🇹 ⛰️ Salerno ▶ Pontecagnano | E1' --- 🇮🇹 ⛰️ Salerno: Castello di Arechi | E1" 239 🇮🇹 ⛰️ Salerno sacre | E1" 240 🇮🇹 ⛰️ Salerno kunterbunt
Link für mehr Infos: Lust auf Italien; Salerno
Agropoli
Die romantische Altstadt von Agropoli liegt auf einem Felsausläufer, der ins Meer hinausragt. Von hier hat man einen schönen Ausblick über die Cilentoküste und die Bergketten des Golfes von Neapel. Die Kleinstadt am Mittelmeer ist von Sandstränden und Badebuchten umgeben. Die lange Strandpromenade Via San Marco führt von Norden kommend in die Stadt hinein.
In Agropoli hatte ich in einem kleinen Appartement mein Basecamp aufgeschlagen. Es war ein guter Ausgangspunkt, um sich mit dem Zug nord- als auch südwärts zu bewegen.
Komoot - Touren: E1'' 234 🇮🇹 ⛰️ Agropoli: Cala Pàstena | E1' 232/2 🇮🇹 ⛰️ Paestum ▶ Agropoli
Link für mehr Infos: CilentoImUrlaub - Agropoli, die Stadt auf den Felsen
Poseidonia (Paestum)
Etwa 35km südlich von Salerno liegt in der Sele-Ebene eine Ruinenstätte, die sehenswert ist. Gegründet wurde Paestum von den Griechen um 600 v. Chr. unter dem Namen Poseidonia. Im Laufe von 150 Jahren entstanden hier großartige Bauwerke, deren Überreste bis heute sichtbar sind. Vierhundert Jahre später übernahmen die Römer die Stadt, ab 50 n. Chr. begann die Gegend zu versumpfen. Die Stadt wurde verlassen und vergessen. Erst im 17. Jhrdt. - etwa zeitgleich mit der Entdeckung Pompejis - wurde sie wiederentdeckt, als eine Straße quer durch das Amphittheater angelegt werden sollte. Paestum gehört seit 1998 zum UNESCO-Weltkultur-Erbe.
Einen Besuch der weitläufigen Anlage und des Museums sollte man nicht auslassen!
Komoot - Touren: E1' 232/1- 🇮🇹 ⛰️ Paestum | E1' 232/2 🇮🇹 ⛰️ Paestum ▶ Agropoli
Link für mehr Infos: Wikipedia
Velia (Elea)
Hat man eine Eintrittskarte für Paestum gekauft, ist diese drei Tage lang auch noch für Velia gültig. Die Stadt wurde 540 v.Chr. von Griechen unter dem Namen Elea gegründet. Auf einem Hügel wurden Tempel errichtet, von denen heute nichts mehr zu sehen ist. Stattdessen sind dort die Reste eines mittelalterlichen Festungsturms, eine Kapelle sowie die Reste eines Amphitheaters zu bestaunen. Ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem versorgte die Stadt mit Trinkwasser, Reste dieser Anlage sind noch vorhanden, genauso wie eine Therme und der ehemalige Hafen. Elea war nicht nur ein blühendes Handelszentrum, sondern brachte auch berühmte Gelehrte wie Parmenides und Zenon (Eleaten) hervor. 88v.Chr. wurde Elea römisch und in Velia umbenannt. Im 9. Jhrdt. wurde die Stadt aufgegeben, weil der Hafen, der heute ein Kilometer im Landesinneren liegt, zunehmend verlandete.
Die Reste von Velia liegen nördlich von Ascea Marina.
Komoot - Touren: E1' 235 🇮🇹 ⛰️ Velia (Elea)
Link für mehr Infos: Wikipedia
Rocca Cilento

„Rocca Cilento“ ist ein mittelalterliches Bergdorf, in dem die Zeit stehengeblieben zu sein scheint. Was allerdings anders ist, als in den sonst so üblichen, etwas heruntergekommenen Bergdörfern: alles ist pikobello in Ordnung. Der nur 100 Einwohner große Ort liegt auf 635m Höhe auf Hügeln schon jenseits des Nationalparks Cilento. Ein Café allerdings sucht man vergebens, dafür aber gibt es eine Burg, die sehr gut erhalten scheint. Sie wurde sehr detailgetreu restauriert. Leider kann man sie nicht besichtigen, denn sie wurde in ein nobles, recht hochpreisiges Hotel umgewandelt. Ich hatte das Glück, wenigstens den Burghof besichtigen zu können, denn es wurde in der Burg gerade gearbeitet und das Tor stand offen. Von den Burgzinnen hat man eine atemberaubende Aussicht auf das Alentotal, die Flüsse, Berge und weitere kleine Bergdörfer der hügeligen Landschaft. Doch auch vom Fuße der Burg kann man diese herrliche Aussicht genießen.
Komoot - Tour: E1' 233 🇮🇹 ⛰️Agropoli ▶ Omignano-Salento
Link für mehr Infos: CilentoImUrlaub - Rocca Cilento
Il Borgo di San-Severino di Centola

San Severino di Centola ist ein mittelalterlicher Geisterort mit beindruckenden Ruinen auf steilem Fels. Dort baute man eine der spektakulärsten Burgen Italiens. Obwohl heute alles verfallen ist, sollte man den schmalen Anstieg hinauf in Kauf nehmen, um zu begreifen, warum man gerade hier oben diese Burg baute. Entstanden ist die Burg im 7. Jahrhundert als Verteidigungsposten, ein Dorf kam später hinzu. Es wurde bis ins 20.Jhrdt. bewohnt. Erst als die Bahnlinie durch das Tal gebaut wurde, gab man das Dorf auf und siedelte in der Nähe der Bahnstrecke neu.
Komoot - Tour: E1“ 236 🇮🇹 ⛰️ Il Borgo di San Severino
Link für mehr Infos: CilentoImUrlaub - San Severino di Centola
Link für mehr Infos: Camino di San Nilo - Etappe 8
Il Cammino di San Biagio und Christo Redentore

Um zu dem Wahrzeichen von Maratea zu gelangen, sollte man den Cammino di San Biagio wählen. Er führt von Maratea auf gut gepflegten und markierten Pfaden den Monte San Biagio hinauf bis zum Gipfel. Dort steht seit 1965 eine 21m hohe Christusstatue. Eine lange Treppenanlage verbindet die Basilica San Biagio mit der weiß glänzenden Figur. Zu Füßen der Statue ragen die Reste einer Burganlage aus den Felsen, in der sich 1806 heldenhaft gegen anrückende napoleonische Truppen verschanzt wurde. Zur Erinnerung errichteten Einheimische ein eisernes Kreuz, das aber mehrmals vom Blitz getroffen umstürzte. Es wurde später durch die Jesusstatue ersetzt, dessen Gesicht nicht die typischen Züge von Jesus aufweist, denn die Haare sind kurz und der Bart ebenso; es sieht einem Engel ähnlicher. Ein Erlöser, der mit offenen Armen auf den Schöpfer in den Himmel weist und mit beiden Füßen fest auf dem Boden die Annahme der Sünder symbolisiert. Im Dorf war die Errichtung zunächst umstritten, doch heute hat es sich zu einem Publikumsmagnet entwickelt.
Der Ort Maratea selbst, durch den man kommt, wenn man zur Christusstatue hinaufsteigt, ist selbst einen Besuch wert. Sie wird die Stadt der 44 Kirchen genannt - und das bei nur 4.500 Einwohnern. Den kleinen, verschlafenen Hafen sollte man ebenfalls nicht auslassen, auch wenn man vom Bahnhof noch einmal knapp 100 Höhenmeter absteigen muss, was vielleicht nicht leicht fällt, wenn man gerade vom Monte San Biagio hinab gekommen ist. Der Strand ist der einzige der Region Basilicata, der am Tyrrhenischen Meer liegt.
PS: Am Hafen von Maratea beginnt ein 167 km langer, offizieller Wanderweg, der zum Ionischen Meer (Scansano Ionico) durch den Süden der Region Basilicata führt: Basilicata Coast to Coast
Komoot - Tour: E1" 238 🇮🇹 ⛰️ Cristo Redentore
Link für mehr Infos: Wikipedia - Christo Redentore | Maratea
Pisciotta medievale

Vom Bahnhof muss man etwas laufen, um zu diesem Bergdorf zu gelangen. Von der Via Stazione Nueva aus sieht Pisciotta medievale ein bisschen aus wie ein Dorf der Cinque Terre. Es liegt hoch auf 200 Metern, der Fußweg hinauf ist anstrengend. Doch die Piazza Pinto bietet genügend Gelegenheit für eine gemütliche Pause. Hier gibt es Eiscreme, Pizza und Kaffee. Danach kann man gestärkt durch die verwinkelten Gassen über viele Treppen kreuz und quer durch das Centro Storico schlendern. Die barocke Chiesa dei Santissimi Pietro e Paolo ist einen Besuch wert. Und wer mag, kauft sich frisches Olivenöl, denn dafür ist die Gegend weltberühmt. Die Marina di Pisciotta, ein kleiner, verschlafener Hafen ist noch einen Abstecher wert.
Komoot - Tour: E1“ 241 🇮🇹 ⛰️ Pisciotta medievale
Link für mehr Infos: Pisciotta Borgo Vivo
Neapel
Die letzten zwei Tage dieser Tour gehörten Neapel. Nachdem ich letztes Jahr einen ersten Eindruck von dieser quirligen Stadt gewonnen hatte, wollte ich nun tiefer eintauchen. Und das hat sich gelohnt:
- La Pedamentina: ein historische Treppenweg verbindet Centro Storico mit dem höher gelegenen edlen Stadtteil Vomero. Die Serpetinenweg mit 414 Stufen verteilt auf 3km Länge ist einer der Ältesten der Stadt.
- Spaccanapoli: die Verlängerung der Pedamentina teilt als eine schnurgerade Straße - eigentlich sieben Straßen - die Altstadt in zwei Teile. Sie ist von Touristen stark frequentiert, was das Bummeln etwas eintrübt. Nichtsdestotrotz muss man hier einmal gewesen sein. Man kommt nur langsam voran und muss ständig auf die überall herum fahrenden Motorroller achten. Trotz Widrigkeiten ein Spaß!
- San Lorenzo Maggiore: die Basilika, die an der Spaccanapoli liegt, ist eine der ältesten Kirchen Neapels. Die Kirche selbst ist in ihrer romanischen Schlichtheit sehenswert, aber viel interessanter ist, was unter ihr zu entdecken ist: eine Treppe führt hinunter in die frühere griechisch-römische Geschichte. Denn die heutige Kirche wurde einfach über andere Bauwerke gebaut. Sehr interessant!
- Metro-Art Napoli: Die U-Bahn Linie 1 der Metro Napoli ist etwas Besonderes, denn hier wurde ein Projekt der Stadt kunstvoll umgesetzt. 12 Stationen wurden mit über 300 Kunstwerken bestückt, jede Station ist individuell gestaltet. Wer sich auf diese Tour begibt, braucht sicher den ganzen Tag dafür.
- Chiaia: ein wohlhabendes Viertel am Wasser mit coolen Boutiquen und Designerläden sowie Fischrestaurants und eleganten Bars. Nach einem Spaziergang durch Spaccanapoli ist es die reinste Erholung, hier zu bummeln. Aus Vomero kommt man mit einer Funicolare (Seilbahn) hinab (zum Metro-Preis)
Komoot - Touren: E1“ 242/1 🇮🇹 ⛰️ Neapel: Pedamentina | E1“ 242/2 🇮🇹 ⛰️ Neapel: Spaccanapoli | E1“ 243/1 🇮🇹 ⛰️ Neapel: Auf der Suche nach Linie 6
Link für mehr Infos: Neapel - Sehenswürdigkeiten
Ablauf
Anreise: Sam., 7.3.26 | Hamburg ✈ Neapel
Abreise: Sam., 21.3.26 | Neapel ✈ Hamburg
Übernachtung: Basecamp in Agropoli
Route / Etappen
Links
Christoph Hennig: Wandern in Italien: Cilento | Cilento im Urlaub.de | Zugfahren in Italien: TRENITALIA
























